Andrea Renggli, SwissDentaljournal 

 

Vielfalt aus der Tube  

Aus herkömmlicher Zahnpasta wird Kunst: 

Eine Zürcher Künstlerin entdeckt das erstaunlich kreative Potenzial dieses Materials.

 

Sie kann grün, blau, rosa oder gar schwarz sein, glänzend, matt, gestreift oder mit

Glitzerpartikeln versetzt. Zahnpasta scheint nur auf den ersten Blick langweilig.

Wer sich mit der kreativen Seite dieses alltäglichen Verbrauchsprodukts auseinander-setzt, stösst auf eine unerwartete Fülle an Farben, Mustern und Konsistenzen.

Dies  nutzt  Marie-Luise Lange aus Zürich. Sie kreiert Kunst aus Zahnpasta.

 

Zahnpasta weist, als Malfarbe verwendet, besondere Eigenschaften auf. Sie verändert sich beim Trocknen. Sie kristallisiert, die Farben ändern sich. Die Ober-fläche wird rissig, einige Zahnpasten bröckeln sogar.All diese Prozesse hängen unter anderem von der Luftfeuchtigkeit ab. Genau das interessiert Marie-Luise Lange. «Der Zufall spielt eine wichtige Rolle bei dem, was zwischen den Aggregatzuständen passiert. Es ist, als hätten die Bilder ein Eigenleben.»

 

Marie-Luise Lange studierte an der Zürcher Hochschule für Künste. Dort beschäftigte sie sich unter anderem mit Oberflächen und betrieb Materialstudien. Für ihre Abschlussarbeit präsentierte sie erstmals Bilder und Skulpturen aus Zahnpasta. «Mich interessiert, was zwischen dem Eindeutigen passiert. Wenn es zum Fliessen und Stagnieren gleichzeitig kommt und ich als Künstlerin von den Eigenheiten des Materials herausgefordert bin.»

 

Marie-Luise Langes Zahnpastabilder sind vorwiegend abstrakt. Die Konsistenz der Zahn-pasta macht die Werke sehr plastisch. Sie vermitteln einen dreidimensionalen Eindruck.

Durch die sanften Farben- Pastelltöne und viel weiss- strahlen sie eine ganz eigene Fröhlichkeit aus. Das ist mit ein Grund, warum Marie-Luise Lange immer wieder mit Zahn-pasta arbeitet. «Diese Arbeit bereitet mir viel Spass. Und geht über alle Sinne.» Sie arbeitet meist in Serien. Ihr Arbeitsmaterial trägt sie aus der ganzen Welt zusammen. 

50 Tuben sind nötig für ein grosses Bild, 10 für ein kleineres Format. 

Und wie reagieren die Betrachter auf die Bilder aus Zahnpasta? «Sie lösen grosse Faszination bei den Betrachtern aus», erzählt die Künstlerin. «Die wenigsten sind sich bewusst über die Vielfalt dieses Materials und was daraus entstehen kann.»

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